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Wir behandeln Erwachsene und Kinder mit Störungen der Sprache, des Sprechens, der Stimme und des Schluckens. Mit unseren unterschiedlichen Schwerpunkten decken wir ein breites Spektrum von Sprach- Sprech- Stimm- und Schluckstörungen ab:

Erwachsene
•  Funktionelle, organische und psychogene Stimmstörungen (Dysphonie)
•  Neurogene Sprachstörungen (Aphasie)
•  Neurogene Sprech- und Stimmstörungen (Dysarthrie, Dysarthrophonie, Sprechapraxie)
•  Neurogene Schluckstörungen (Dysphagie)
•  Stottern und Poltern

 Kinder
•  Kindliche Sprachentwicklungsstörungen (Dysgrammatismus, Dyslalie, u.a.)
•  Kindliche Ess- und Fütterstörungen
•  Stottern
•  Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen
•  Kindliche Stimmstörungen, Rhinolalie (Näseln), Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
•  Myofunktionelle Dysfunktionen und viszerale Schluckmuster in Zusammenhang mit kieferorthopädischen Behandlungen

 

Stimmstörungen - Dysphonien

Die Stimme ist Ausdruck unserer Persönlichkeit. Ob wir bei anderen „ankommen“ hängt zu einem großen Teil davon ab, ob unsere Stimme wohlklingend, kräftig und überzeugend ist.

"Die Stimme eines Menschen ist viel größer als seine visuelle Erscheinung Rufus Beck, Schauspieler

Den großen Einfluss der Stimme auf die Kommunikation bekommen wir oft erst dann zu spüren, wenn sie nicht mehr funktioniert: häufige Heiserkeit, dünne, hauchige und raue Stimmqualität und Sprechanstrengung bei längerem Sprechen deuten auf eine Stimmstörung hin. Als typische Symptome kommen häufig Druck- und Kloßgefühle im Hals, Räusperdrang und Trockenheit im Rachen hinzu. Bei schweren Stimmstörungen kann die Stimme völlig versagen.

„Meine Stimme war heiser und völlig monoton. Ich konnte nicht mehr wirklich ausdrücken, was ich fühlte und meinte, meine Persönlichkeit war wie weggesperrt A.M., Betroffener

„ … ich fühlte mich einsam, völlig ausgeschlossen C.K., Betroffene

Dies kann unterschiedliche Gründe haben: Veränderungen an den Stimmlippen, neurologische Erkrankungen oder Operationen mit Verletzungen des Kehlkopfnervs sind häufige Ursachen für so genannte organische Dysphonien.

Eine Stimmstörung kann jedoch auch ohne erkennbare organische Ursachen entstehen: ein gewohnheits-bedingter ungünstiger Gebrauch der Stimme oder stimmliche Überbelastung kann zu so genannten funktionellen Stimmstörungen führen. Vor allem Personen, die im Beruf viel sprechen müssen, laufen Gefahr, ihre Stimme dauerhaft zu schädigen. Auch bei Kindern kann eine gewohnheitsmäßig sehr laute Stimme und häufiges Schreien die Stimme schädigen und zu Heiserkeiten führen.

Eine Heiserkeit, die länger als 2-3 Wochen andauert, sollte vom HNO-Arzt oder Phoniater untersucht werden.

Diagnostik und Therapie

Stimmtherapie führen wir in enger Zusammenarbeit mit den behandelnden HNO-Ärzten und Phoniatern durch. In der Anamnese wird genau erfragt, wie sich die Stimmschwäche äußert, welche Begleitsymptome auftreten und in welchen beruflichen und privaten Situationen die Stimme besonders beansprucht wird.
Die Ergebnisse der logopädischen Anamnese und Diagnostik bilden zusammen mit dem phoniatrischen Befund die Grundlage für den individuellen Behandlungsplan.

Stimme ist ein Schlüsselreiz in der Kommunikation Ingrid Ammon, Autorin

In der Therapie lernen die Betroffenen, wie sie einen ungünstigen Stimmgebrauch ablegen und stattdessen die Stimme effektiv, angenehm und wirkungsvoll einsetzen. Damit sich die Stimme zügig wieder bessert geht es auch zu Hause weiter: neben den therapeutischen Sitzungen gibt es ein tägliches Programm für das Eigentraining mit Übungen zur Lockerung, Atmung und kleinen Stimmübungen.

Mehr zum Thema Stimme finden Sie in unserem Angebot  „Stimmcoaching“

Empfehlungen:
Tesche, Bianca: Stimme und Stimmhygiene: Ein Ratgeber zum Umgang mit der Stimme. Idstein
Ammon, Ingrid: Die Macht der Stimme. 2007
Loschky, Eva: Gut klingen, gut ankommen. München 2005

www.gesangstipps.de

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Aphasien - Sprachstörungen bei neurologischen Erkrankungen

Aphasie bedeutet Sprachverlust nach Hirnschädigung. Wie erfolgreich eine Therapie sein kann, richtet sich nach der betroffenen Hirnregion, dem Ausmaß der Schädigung und nach den individuellen Ressourcen der Klienten.

"Ich stelle mir mein Gehirn wie ein Schlachtfeld nach einem Kampf vor. Die Zellen, die früher mit Wörtern und Sätzen zu tun gehabt hatten, waren tot oder betäubt."
(Ingrid Tropp Erblad, Aphasikerin und Buchautorin)

Aphasien sind neurogene Sprachstörungen. Das heißt, sie entstehen als Folge einer Hirnschädigung. Dies kann ein Schlaganfall, ein Hirntumor, oder eine Erkrankung wie Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson sein.

Symptomatik: Bei einer Aphasie gibt es typischerweise Probleme in vier Bereichen: der mündlichen Sprache, dem Sprachverstehen, dem Schreiben und dem Lesen.

"Wir sind ganz normale Menschen" E.Z. und A.N., Betroffene

Denken und Weltwissen sind bei einer Aphasie nicht betroffen. Aphasiker sind nicht geistig behindert. Sie finden jedoch häufig nicht die passenden Worte für das, was sie mitteilen wollen. Deshalb empfinden sich viele Aphasiker wie gefangen in einem geistigen Gefängnis und ziehen sich aus den Gesprächen zurück.

Aphasie ist eine Kommunikationsstörung und betrifft nicht nur die Aphasiker selbst sondern auch die Ange-hörigen.

"Wir verstanden sie nicht richtig, und es gab viele Missverständnisse" E.K., Angehörige


Therapie

Aphasie ist durch qualifizierte Sprachtherapie positiv beeinflussbar. Diese Erkenntnis ist wissenschaftlich abgesichert (Bhogal 2003, Grötzbach 2005).
Besonders gute Therapieeffekte zeigen sich bei intensiver Aphasietherapie mit einer Therapieintensität von 4-5 Sitzungen pro Woche. Mit einer so genannten intensiven Intervalltherapie lassen sich signifikante Verbesserungen erreichen, selbst wenn die Erkrankung bereits Jahre zurück liegt (Schlenck und Perleth 2004).
Deshalb spielt das häusliche Eigentraining auch eine besondere Rolle: Neben den therapeutischen Sitzungen erhalten die Betroffenen jede Woche neue Übungen für das tägliche Training zu Hause.

Diagnostik und Therapieplan

Qualifizierte Sprachtherapie beginnt mit einer sorgfältigen Diagnostik. Erhaltene und beeinträchtige Leistungen in der Bereichen Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben werden in einer neurolinguistischen Analyse genau bestimmt.
Auf dieser Basis erhält der Patient ein individuelles Therapieprogramm. In den Therapiesitzungen und im häuslichen Eigentraining werden nun Sprachübungen durchgeführt, die sich im Schwierigkeitsgrad kontinuierlich steigern.

"Um sich zu entwickeln, muss ein Aphasiker reden, reden!" (W.W. Betroffener)

Neben den sprachsystematischen Übungen spielen alltagsorientierte und kommunikationsorientierte Übungen eine wichtige Rolle: Einkaufsnotizen und Postkarten schreiben, Bankaufträge und e-mails verfassen.
Alltagskommunikation wird häufig gemeinsam mit den Angehörigen trainiert: Die Betroffenen lernen, Signale und Phrasen zu verwenden um zu signalisieren, dass sie etwas nicht verstanden haben "halt, bitte noch einmal!". Die Angehörigen lernen, langsamer und in kürzeren Sätzen zu sprechen. Häufig hilft es, Gesagtes einfach noch einmal zu wiederholen oder aufzuschreiben.

Angehörige sind wichtige Partner in der Sprachtherapie.

Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen für Aphasiker sind ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation: Sie bieten spezifische Information und neue Kontakte. Wenn die anfänglichen Bedenken, sich in eine Gruppe zu begeben überwunden sind, schätzen sowohl die Betroffenen als auch die Angehörigen die gemeinsamen Treffen: Es werden Erfahrungen ausgetauscht, Aktivitäten unternommen und die Probleme mit der Kommunikation sind hier nichts so Besonderes wie häufig sonst im Alltag.

Informationen über die insgesamt über 200 Selbsthilfegruppen für Aphasiker in Deutschland erhält man beim Bundesverband für Aphasiker (Vgl. Empfehlungen).

Selbsthilfegruppe für Aphasiker in Regensburg:
Leitung: Franz Paul Tel.0941-74727

Weitere Informationen über Aphasiker-Selbsthilfegruppen in Bayern erhalten Sie unter:
www.aphasie-bayern.de

Empfehlungen:
Bhogal, S.K. u.a. (2003): Rehabilitation of aphasia: more is better. Topics in Stroke Rehabilitation 10, 66-76
Grötzbach, H. (2005): Evidenzbasierte Aphasietherapie. FORUM Logopädie, Heft 4(19) 6-11
Schlenck, K.J, Perleth, S.(2004): Langzeitverlauf bei Aphasie und der Effekt von Sprachtherapie in der chro-nischen Phase. Aphasie und verwandte Gebiete1, 9-20
Tesak, J. (2002): Aphasie. Sprachstörung nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma. Ein Ratgeber für Ange-hörige. Idstein

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Dysarthrien - Sprechstörungen bei neurologischen Erkrankungen

Dysarthrien sind meist Folge einer Hirnschädigung wie bspw. ein Schlaganfall. Sie führen zu Störungen des Sprechens: Sprechabläufe können nicht mehr richtig gesteuert und ausgeführt werden.

Die Betroffenen leiden häufig unter einer verwaschenen Aussprache. Atmung, Lautstärke, Sprechtempo und Sprechmelodie verändern sich und schränken die Kommunikationsfähigkeit der Betroffenen ein. Dies kann zu beruflichen Einschränkungen und Rückzug aus dem sozialen Leben führen.

Diagnostik und Therapie

Die Diagnostik gibt ein detailliertes Bild über erhaltene und gestörte Funktionen des Sprechens. Atmung, Artikulation, Stimmgebung werden ebenso untersucht wie die Auswirkungen der Dysarthrie auf die Ver-ständlichkeit der Spontansprache.

Eine Dysarthrie kann je nach Intensität der Symptome zu unterschiedlichen Beeinträchtigungen im Privatleben oder im Beruf führen. Eine Betrachtung der individuellen Lebensführung hilft, Therapieziele festzulegen und eine Beratung der Betroffenen und ihrer Angehörigen durchzuführen.

In einem systematischen Behandlungsplan werden die gestörten Funktionen trainiert und Strategien für eine bessere Verständlichkeit erlernt. Dies beinhaltet Übungen zur Körperhaltung, Atmung und Artikulation ebenso wie rhetorische Mittel der Betonung, Pausensetzung und nonverbale Mittel wie Gestik und Mimik. Die Betroffenen lernen außerdem, mit schwierigen Situationen umzugehen und bspw. laute Umgebungsgeräusche beim Sprechen zu vermeiden. Ziel der Dysarthrietherapie ist es, die Kommunikationsfähigkeit im Alltag zu verbessern.

Empfehlungen
Berndt, A., Mefferd, a. (2002): Dysarthrie. Ein Ratgeber für Angehörige. Idstein
Springer, L., Schrey-Dern, D. (Hgs.) (1998): Dysarthrie. Grundlagen – Diagnostik – Therapie. Stuttgart

www.schlaganfall-hilfe.de
www.schlaganfall-info.de

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Dysphagien - Schluckstörungen

Ob Weihnachtsfeier, Besuch in der Eisdiele oder das gemeinsame Familienmahl: Gemeinsames Essen spielt eine wichtige Rolle in unserem sozialen Leben. Ist das Schlucken beeinträchtigt oder nicht mehr möglich, bedeutet dies für die Betroffenen einen schwerwiegenden Einschnitt in ihrem Leben. Viele ziehen sich zurück und verlieren damit wichtige Lebensqualität.
Gezielte Therapie kann die Einschränkungen mindern und den Betroffenen helfen, Lebensqualität zurückzugewinnen.

Dysphagien sind Störungen des Schluckakts. Die Betroffenen verschlucken sich an Flüssigkeiten oder Speisen. Das bedeutet, es gelangt Nahrung oder Speichel in die Trachea (Luftröhre): es kommt zu einer so genannten Aspiration.
Auf eine Aspiration reagiert der Mensch im besten Fall mit kräftigem Husten, um die fehlgeleitete Nahrung wieder in den Rachen zu befördern. Man spricht von einer "adäquaten Hustenantwort". Das Husten empfinden viele Betroffene als sehr unangenehm und lästig. Es hat jedoch zwei Vorteile: Die Nahrung wird wieder aus der Luftröhre abtransportiert. Außerdem zeigt das Husten deutlich auf Schluckprobleme hin.
Es ist auch möglich, dass eine Aspiration nicht bemerkt wird. Hier kommt es zur so genannten "stillen Aspiration". Dieser Fall ist besonders gefährlich, da die fehlgeleitete Nahrung in die Lunge gelangen kann. Es besteht die Gefahr einer Lungenentzündung (Aspirationspneumonie).

Länger andauernde Schluckprobleme können neben den gefährlichen Aspirationen weitere schwerwiegende Folgen haben: Fehlernährung, Gewichtsverlust, Dehydration (zu geringer Flüssigkeitshaushalt), Appetitlosigkeit, eingeschränkte Lebensqualität, soziale Isolation.

Dysphagien sind häufig Folge von neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Gehirntumor, Parkinson, Myasthenie, Multiple Sklerose. Dysphagien können auch bei an sich gesunden Menschen in höherem Alter auftreten in Form einer Altersschluckstörung (Presbyphagie).

Diagnostik und Therapie

Schluckstörungen können sehr unterschiedlich sein: von gelegentlichem Verschlucken bis zur völligen Unfähigkeit, Nahrung oral (über den Mund) aufzunehmen.
In der Schluckdiagnostik wird sorgfältig festgestellt, welche Funktionen erhalten sind und an welcher Stelle der Schluckakt nicht funktioniert. Eine wichtige Rolle spielt hier neben den motorischen Fähigkeiten auch die Sensibilität im Mund- und Rachenraum.

Auf Grundlage der Ergebnisse der Diagnostik entsteht ein individueller Behandlungsplan. Er umfasst verschiedene Bereiche wie Körperhaltung, Verhaltensmaßnahmen beim Essen, Reinigungstechniken für den Kehlkopf, Schlucktechniken und Anpassung der Nahrungsform.
Bei sehr schweren Schluckstörungen kann die Ernährung über den Mund durch eine Magensonde ergänzt oder ersetzt werden. Hier wird die Nahrung per Sonde entweder über die Nase (NGS) oder durch die Bauchwand (PEG) direkt in den Magen befördert.

Empfehlungen:
Bartholome, G. u.a. (1999): Schluckstörungen - Diagnostik und Rehabilitation. München
Herbst-Rietschel, W. (2002): Dysphagie. Schluckstörungen nach Schlaganfall und Schädel-Hirn-Trauma. Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige. Idstein

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Kindliche Sprachentwicklungsstörungen (SES)

Kinder lernen Sprache meist spielerisch, mühelos und unbewusst. Von einer Sprachentwicklungsstörung spricht man, wenn sich ein Kind im Vergleich zu seiner Altersgruppe sprachlich zu spät, zu langsam oder unvollständig entwickelt.
Dies kann die Aussprache der einzelnen Laute (Dyslalie), die Satzbildung oder Grammatik (Dysgrammatismus), den Wortschatz oder das Sprachverständnis betreffen.
Häufig gehen mit diesen Auffälligkeiten Konzentrations- oder Wahrnehmungsstörungen einher. Kinder mit sprachlichen Problemen haben häufig Schwierigkeiten, Geräusche und Sprachlaute richtig zu verarbeiten, man spricht auch von einer auditiven Wahrnehmungsschwäche.

Meist gibt es mehrere Faktoren, die sich ungünstig auf die kindliche Sprachentwicklung auswirken:
- Hörstörungen
- Sehstörungen
- eine verkürzte Aufmerksamkeitsspanne
- motorische Unreife
- ein geringes sprachliches Angebot in der Familie

Zweisprachige Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen

Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen, die neben ihrer Muttersprache eine zweite Sprache – nämlich deutsch - lernen müssen, haben häufig mit einem doppelten Problem zu kämpfen.

Wir beraten die Eltern und beziehen die Zweisprachigkeit in den individuellen Therapieplan mit ein: Viele Eltern brauchen Ermutigung, ihre Herkunftssprache mit ihren Kindern zu benutzen und zu pflegen. Der Wert der Her-kunftssprache für das Erlernen einer zweiten Sprache wird häufig unterschätzt.

"Einwanderer, die ihre Muttersprache gut beherrschen, tun sich meistens auch mit dem Deutschen leichter" (Geowissen 2007)

Ebenso ist es für Kinder wichtig, frühzeitig intensiv mit der Zweitsprache in Kontakt zu kommen. Mit regelmäßigem Kindergartenbesuch ab dem 3. Lebensjahr, nachbarschaftlichen Kontakten und Freundschaften erlernen Kinder meist leicht und spielerisch die zweite Sprache.

Sprachforscher konnten mit der Magnetresonanztomographie (MRT) zeigen wie das Gehirn in unterschiedlichen Altersstufen den Spracherwerb verarbeitet:„Je früher man zwei Sprachen lernt, desto stärker überlappen sich die Neuronenverbände, in denen sie abgespeichert werden“ Neurolinguisten sprechen von einer „kritischen Phase“, die spätestens im Alter von zehn Jahren ausläuft.
(Frederic Isel , Neurowissenschaftler, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Sonderforschungsbereich Mehrsprachigkeit)

Diagnostik und Therapie

Zu Beginn findet ein ausführliches Gespräch mit den Eltern (Anamnese) statt. Anschließend werden in einer Diagnostik bereits erworbene sprachliche Fähigkeiten und fehlende bzw. fehlgebildete Laute, Wörter und Satzstrukturen festgestellt. Motorische Fähigkeiten, auditive, visuelle und taktile Fähigkeiten sowie das Ver-halten des Kindes fließen ebenso in die Diagnostik mit ein.

Auf der Basis der umfassenden Diagnostik entsteht ein individuelles Therapieplan. Je nach Störungsbild lernt das Kind, seine Aussprache zu verbessern, seinen Wortschatz zu vergrößern und seine sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern.
Spielen und Sprechfreude stehen in der Therapie im Vordergrund. Die Eltern werden beraten und mit einbezogen. Sie lernen, wie sie auf sprachliche Fehler reagieren und ihr Kind sprachlich fördern können.

Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte

Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten sind Fehlbildungen an Muskeln, Gewebe und Knochen im Bereich der Lippen, des Kiefers bzw. der Zähne und des Gaumens. Sie sind individuell sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Entsprechend unterschiedlich sind die daraus resultierenden Auffälligkeiten und Probleme beim Atmen, Trinken, Essen und Sprechen.

Mit Hilfe von Operationen können die Fehlbildungen mittlerweile sehr gut behoben werden. In den meisten Fällen benötigen die Kinder zusätzliche Sprach- und Sprechtherapie, um ihre Atmung und ihre Artikulation zu ver-bessern.

Kinder mit LKG-Spalte haben häufig ein höheres Risiko einer Hörstörung, die zusätzlich eine Sprachentwicklungsverzögerung verursachen kann. Auch hier haben sich eine frühzeitige Behebung der Ur-sachen und eine sprachtherapeutische Förderung bewährt.

In der Therapie lernen die Kinder spielerisch
- eine Wahrnehmung für richtige Sprechbewegungen zu erwerben
- ihre Atmung zu vertiefen
- in Ruhe durch die Nase zu atmen
- beim Sprechen den Atemstrom durch den Mund zu lenken
- die Beweglichkeit und Kraft der Lippen zu stärken
- Zungenruhelage und Zungenbeweglichkeit zu verbessern
- das Gaumensegel zu aktivieren
- das Gehör zu fördern, um Laute differenzierter wahrzunehmen

Empfehlungen:
Neumann, S. (2002): LKGS-Spalten. Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten. Ein Ratgeber für Eltern. Idstein

www.lkg.de
www.lkg-selbsthilfe.de

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Therapieformen:

Diagnostik und Therapie aller logopädischen Störungsbilder
Mit Hilfe einer umfassenden Anamnese und Diagnostik wird ein ganzheitliches Therapiekonzept entworfen. Neurolinguistische Befunde fließen ebenso ein wie Wahrnehmung, Motorik und psychosoziale Faktoren.
Je nach individuellem Befund wird eine kontinuierliche Sprachtherapie mit ein bis zwei Sitzungen pro Woche oder eine intensive Intervalltherapie durchgeführt.

Einzel- und Gruppentherapie
Logopädische Therapie findet überwiegend als Einzeltherapie statt und dauert 45 bis 60 Minuten. Bei einigen Therapien wie zum Beispiel der Stottertherapie oder dem myofunktionellen Training für Kinder und Jugendliche mit Zahnspangenbehandlung gibt es ergänzend auch Gruppentherapien .

Intensive Intervalltherapie
3-5 Therapien wöchentlich über einen Zeitraum von ca. 4-8 Wochen. Anschließend gibt es eine Therapiepause. Geeignet für besonders intensives Training z.B. bei akuten Stimmstörungen oder in der frühen Reha-bilitationsphase bei Hirnschädigungen mit Sprach- und Sprechstörungen.

Kurztherapie
2-6 Sitzungen mit Schwerpunkt auf Diagnostik, Beratung und Anleitung zu Umgang mit dem Sprachproblem im Alltag.
Geeignet bei leichteren Schluckstörungen, leichtgradigen neurogenen Sprechstörungen, leichten Auffälligkeiten in der kindlichen Sprachentwicklung oder kindlichem Entwicklungsstottern .

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Voraussetzungen für die Behandlung
Bei Auffälligkeiten oder Problemen beim Sprechen oder Schlucken sollten sie sich an einen Facharzt wenden: Neurologe, HNO-Arzt, Phoniater, Kinderarzt.
Dieser wird Ihnen, wenn eine eigehendere Untersuchung oder Behandlung notwendig ist, eine Verordnung
(„Rezept") über logopädische Behandlung ausschreiben.
Mit der Verordnung melden Sie sich dann bei uns.

Kostenübernahme / Wer übernimmt die Kosten?
Logopädische Therapie ist Bestandteil der medizinischen Grundversorgung. Die Kosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.
Bei Erwachsenen ist ein Eigenanteil in Höhe von 10 % des Kassensatzes plus 10 € pro Verordnung erforderlich . Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene mit geringem Einkommen sind von der Zuzahlung des Eigenanteils befreit.

Selbstzahler
Übernimmt die Krankenkasse nicht die Kosten oder liegt keine Krankheit vor, können Sie auch als Selbstzahler unsere Leistungen nutzen: Möchten Sie beispielweise Ihren stimmlichen Ausdruck im Beruf verbessern, bietet Ihnen unser Stimmcoaching die Möglichkeit für eine Beratung oder ein paar Stunden Training.

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